Category Archives: Bild der Woche

BILD DER WOCHE

Goya, Sopla, Los Caprichos, nr 69, Madrid, Museo del Prado, 1799.

Ist das wirklich ein..?

Advertisements

Bild der Woche


Delphine Chapuis Schmitz für Catch of the year 2011 am Dienstgebäude, Zürich

Nach einer langen Pause ist es wieder zurück: BILD DER WOCHE wird dieses Jahr einmal wöchentlich ein Bild vorstellen, sei es Malerei, Skulptur, Photographie, Video, Installation, etc. aus einer beliebigen Epoche. Die Idee entstand, weil lesfilsrouges die wichtigsten Werke vorstellen wollte, die wichtig für den Bachelor in Kunstgeschichte waren, die uns aber in erster Linie aus irgendeinem Grund ansprechen, gefallen, bewegen. Mit der Zeit wurde die Auswahl an Werken immer breiter. So stellt lesfilsrouges auch Zeitgenössiche Künstler (aus der Umgebung) vor.

Lange wusste ich nicht, mit welchem Bild ich anfangen soll. Was soll gezeigt werden? Was könnte interessieren oder gefallen? Als ich auf dieses Werk stiess, wusste ich, mit welchem Kunstwerk BILD DER WOCHE das Jahr anfangen wird.

 

JE N’AI RIEN A MONTRER

Es handelt sich um ein Kunstwerk von Delphine Chapuis Schmitz. Ich lernte die Künstlerin in Fribourg kennen, als sie in der Galerie PAH-Project ausstellte. Es handelte sich jedoch um ein anderes Werk, als man hier sehen kann. Sie arbeitet mit dem Raum! Das war die erste Information, die ich über ihre Arbeitsweise erhielt. Noch bevor ich das Kunstwerk sah bzw. in den Ausstelungsraum/Installation eintrat, wusste ich gar nicht, was ich mir unter ihrem Werk vorstellen sollte. Meine Erwartungen waren hoch- wurde aber nicht enttäuscht! Ich befand mich plötzlich im Kunstwerk: umgeben von einem Vorhang. Es war ein Vorhang wie im Theater, ein dicker, schwer fallender Stoff, aus grau-beiger Farbe, mit weissem Licht aus zwei Neons. Kennt ihr dieses Lynch-ige Gefühl? Genauso fühlt es sich an!! Eine kalte, aber doch irgendwie warme Atmosphäre. Ein Gefühl, das in zwei Extremen und Kontrasten zieht. Man meint, dass man auf etwas wartet, als ob die Vorhänge in der nächsten Sekunde aufgehen würden; vielleicht um ein Spektakel zu eröffnen? Doch nichts geschieht. Man ist auf sich selbst überlassen und mit der Erfahrung der Raumempfindung – umgeben von Vorhängen. Und so fängt man an, über das Kunstwerk nachzudenken und über die Wahrnehmung des Kunstwerks. Ich kann euch nur bestens empfehlen nach Zürich zu fahren, und ihr Werk zu entdecken. Ihr werdet nicht enttäuscht sein! Die Ausstellung ist nur noch bis Samstag, 07. Januar 2012 zu sehen.

Bild der Woche

Robert Ryman

Der Minimal Art zugeschrieben, reduziert der Künster seine Arbeit auf quadratische mit weisser Farbe bemalten Gemälde, die als autonome Objekte wahrgenommen werden. Die Auseinandersetzung mit der Befestigung seiner Bilder an der Wand nimmt einen grossen Platz in seinem Werk. Die Halterungen werden zum Bestandteil seines Bildes, Monochrome, die die Grenze des Bildes an der Wand optisch unterstützen. Sein weisses und minimalistisches Gesamtwerk erhält eine Eigengesetzlichkeit, welche durch jedes einzelne Gemälde mit den subtilsten Variationen aufrechterhalten wird. Die Leinwand wird jedoch nie ganzheitlich mit weisser Farbe abgedeckt, es entsteht ein Kontrast zwischen Farbmaterie und Hintergrund/Leinwand. Beide Materien verschmelzen in ein Bild zusammen und geben dem Gemälde seinen stillen Rythmus. Der Betrachter kann vor Rymans Werk und Konzeptkunst sich direkt mit dem Akt des Malens auseinandersetzen und jeden Pinselstrich nachempfinden, nichts lenkt davon ab. Der Farbauftrag wird zum Bildträger, Pinselstrich zum Bildinhalt. Trotz Minimalismus überrascht Ryman mit neuen Formen und Flächen, das der weissen Oberfläche eine gewisse Sinntiefe verleiht.
Quelle: Ingo F. Walther [Hrsg.], Malerei der Welt, Band II, Köln 2005, S.678.

Bild der Woche

Sir Edward Coley Burne-Jones


König Kophetua und das Bettlermädchen, 1884
Öl auf Leinwand, 290 x 136 cm,
London, Tate Gallery


Dieses präraffaelitische Gemälde zitiert eine alte elisabethanische Ballade, in welcher ein König, genannt Kophetua, sich in ein armes Bettlermädchen verliebt und sie zu seiner Königin erhebt. Typisch für die präraffalitischen Bilder sind religiöse, allegorische oder historische Themen, die auch aus der Märchen- und Sagenwelt stammen können. Oft handelt es sich um eine genaue Stelle, die in der Literatur vorgegeben ist. Burne-Jones greift direkt dieses typisch präraffaelitische Konzept auf. Er stellt das Bettermädchen, genau wie in der Ballade beschrieben, in ein graues Kleid dar. Die erwählte Königin sitzt mit schüchterner Haltung auf der rechten Hälfte des Thrones. Ihr zartes Gesicht blickt mit grossen Augen den Betrachter an. Zu ihren Füssen sitzt der König, im Profil, mit voller Rüstung, der die Krone in den Händen haltend, zu ihr hoch schaut. Die Szene spielt sich in einem halbwegs äusseren und halbwegs inneren Gebilde ab, wo darüber zwei stillebenhafte Pagen die Szene assisitieren. Neben dem Pagenpaar öffnet sich der Blick, durch einen ungeschlossenen Vorhang, in den Hintergrund. Vier Jahre arbeitete der Künstler an diesem detailreichen Ölgemälde, wobei er ein Jahr vor der Vollendung dieselbe Bildkomposition in ein Aquarell für einen Mr. Graham erstellte. Schon damals wurde das Bild als Meisterwerk erkannt; es diente Burne-Jones als Pass in die Akademie, in Paris erhielt er fünf Jahre später die Medaille erster Klasse und den Orden der Ehrenreligion.

Quelle:
1. Ingo F. Walther [Hrsg], Malerei der Welt, Band II, Köln 2005, S. 52
6
2. Bild

Bild der Woche

Honoré Fragonard

Le Cavalier de l’Apocalypse écorché (Der Reiter der Apokalypse), um 1794

Es gibt unzählige Beispiele, die zeigen, wie stark das Bedürfnis war, das möglich realitätsgetreuste Abbild des geschindeten Körpers oder der menschlichen Anatomie zu schaffen. Wie könnte man diesem Ziel noch näher treten, als den Körper selbst in Szene zu setzen? Der Körper ist nicht mehr Abbild, sondern wird zum ausgestellten und inszenierten Bild bei Fragonard. Der Körper in seinen drei Dimensionen vollkommen, von seinen urspünglichen Funktionen entfernt, geschindet, steht er inszeniert in einem Museum und geht deutlich über die Anatomielehre hinaus. Der Körper wird wiederum zur Skulptur, zu einer monstruösen und zugleich heldenhaften Figur. Ausgestellt wie auf einer Bühne, die in erster Linie lehren wollte, letztendlich aber Kunst wird, die bewegt. Nicht weniger heldenhaft als die Reiterbilder eines Napoleons ist bei Fragonard die Pose des geschindeten Reiters auf seinem Pferd, die in der nächsten Sekunde unseres Anblicks zu treten und springen scheinen. Das Gesicht des Muskelmannes leicht nach oben mit selbstbewusster Haltung, die Augen starr, die zwar ins leere blicken, doch wie eine Puppe in einem Charakter inszeniert werden. Die Sichtbarkeit aller Muskeln lässt die Körper angespannt kraftvoll und dynamisch bewegt wirken.

Honoré Fragonard war ursprünglich Anatomist während der Aufklärungszeit und lehrte an der Veterinärsschule d’Alfort. Er sezierte und präparierte über 3000 menschliche sowie tierische Körper mit einer speziellen Wachsmischung um die Anatomie der Körper nicht zersetzen zu lassen. Wer mehr dazu wissen möchte, kann die 30 minutige Video über den Anatomisten und seiner Kunst hier sehen: Teil 1, Teil 2, Teil 3. Das Museum gibt einen guten Überblick über sein Leben und Werk.

Bild der Woche

Las Meninas

Diego Velázquez, Las Meninas, 1656, [0]
Öl auf Leinwand, 31
8 x 276 cm,
Madrid, Museo del Prado

Die Prinzessin Isabella mit hellem Reifrock und offenem, blonden Haar ist auf den ersten Blick als Mittelpunkt wahrzunehmen. Als die Kleinste der Figuren, steht sie stolz im Zentrum der Aufmerksamkeit im Tageslicht, das von der rechten Seite in den Raum scheint. Das Mädchen formt neben den zwei kniend oder zu ihr geneigten Gefährtinnen mit ihrer stabilen Haltung den Drehpunkt der scheinbaren Bewegung. Neben der fast gleich so grossen und unschönen Zwergin wirkt die Infantin sehr zartgliedrig, jung, unschuldig und kostbar. Links davon und etwas im Schatten gerückt inszeniert sich Velázquez selbst als Maler mit Pinsel und Farbpalette vor der Leinwand. Im Hintergrund, im Spiegel an der Wand, neben der Türöffnung, ist das Königspaar (Phillip IV mit seiner Gemahlin) dargestellt. Der Betrachter wird aus dem Geschehen gezogen, denn an seiner Stelle, sind im Spiegel der König und die Königin reflektiert. Ausserdem betont die Position des Malers im Bild die Befassung des Künstlers mit dem Porträt des Königspaares. [1]

Diese räumliche Situation und Verteilung der Figuren formt sich zu einer äusserst genialen und wirkungsvollsten Bildkomposition, die unendlich viele Künstler noch im 20. und 21. Jahrhundert auf unterschiedlichste Weisen zu interpretieren versuchten. Hier sind nur einige Beispiele davon.

Francisco Goya, 1778 [2]

Howard Podeswa, 2005 [3]
Pablo Picasso, 1957 [4]

Richard Hamilton, 1973 [5]

Peter Witkin, 1987 [6]

Philipe Comar, 1978 [7]

Tarleton Blackwell, 1999 [8]

Eve Sussman, 2003 [9]

Shinja Ogawa, 2002 [10]

Sophie Matisse, 2001 [11]

Cristobal Toral, 1975 [12]

Equipo Cronica, 1970 [13]

Manolo Valdes und Rafael Solves, 1971 [14]

Martin La Spina, 2006 [15]

Gerard Rancinan, 2009 [16]

Salvador Dali,1960 [17]
Bob Kessel, 2009 [18]


Giulio Paolini, 1991 [19]

Patrick Phipps, 1996 [20]

…und noch viele, viele mehr…

Quellen
[0] Walther, Ingo F., Malerei der Welt, Band I, Köln 2005, S.272.
[1] Bild
[2] Bild
[3] Bild
[4] Bild
[5] Bild
[
6] Bild
[7] Bild

[8] Bild
[
9] Bild
[10] Bild
[11] Bild
[12] Bild
[13] Bild
[14] Bild
[15] Bild
[1
6]Bild
[17]Bild

[18]Bild
[1
9]Bid
[20] Bild


Bild der Woche

Bild der Woche ist nach einer langen Lernpause wieder zurück! Diese Woche werde ich Mrs.Siddons vorstellen, wobei das Gewicht auf das Gemälde Joshua Reynolds gesetzt wird.


Joshua Reynolds, Mrs.Siddons als tragische Muse, 1789 (1)
In goldbraunen Rembrandttönen und blassen, zarten Teint eines fast romantischen Hell-Dunkels wird die damalige Shakespeardramen-Schauspielerin Mrs.Siddons als Muse majestätisch thronend von Joshua Reynolds dargestellt. Ihre Pose, insbesondere das Dreiviertelprofil zu ihrer rechten, der lässig auf den Ellenbogen ruhenden Arm, die untere Armhälfte senkrecht und parallel zum Bildrand, sowie auch die Hand mit dem zum Gesicht lenkenden Zeigefinger könnte nicht gelassener, eleganter und selbstbewusster wirken. Diese Haltung verweist auf Michelangelos Fresko des Propheten Jesaia aus der sixtinischen Kapelle. Reynolds lässt Mrs.Siddons als eine elegante, individuelle, sensible Persönlichkeit in einer genialen Komposition auftreten. Sie wird vor zwei in den Schatten stehenden verdeberbringenden Dämonen in dem Portrait historié als tragische Muse, als umjubelte Heldin der grossen Schakespear-Dramen, mit Schwere und Würde, in einer trotz Pathos entspannten Haltung, in Szene gesetzt.

Mrs.Siddons wurde zu jener Zeit von unterschiedlichen Künstlern porträtiert, wie Thomas Gainsborough, William Beechey, Thomas Lawrence, Thomas Beach, Gilbert Stuart, John Downman und andere. Hier einige Beispiele dazu.(2)

Mrs Siddons von Thomas Gainsborough 1785 (3)


Mrs Siddons von Sir William Beechey 1793 (4)

Sarah Siddons von Sir Thomas Lawrence 1798 (5)

Mrs Siddons von Sir Thomas Beach 1786 (6)


Mrs Siddons von Gilbert Stuart 1787 (7)

Mrs Siddons von John Downman 1787 (8)

Quellen:
(1)Bild
(2)Ingo F. Walther, Malerei der Welt, Band I, Köln 2003, S.382.
(3-8)Bild

Bild der Woche

Heinrich Füssli Titania und der eselsköpfige Zettel um 1780-1790
Öl auf Leinwand, 216 x 274 cm, London, Tate Gallery

Der Schweizer Künstler Füssli interpretiert eine Szene aus Shakespeares Sommernachtstraum. Es handelt sich um den Elfenbeinkönig, der sich an seine Gattin, die Elfenbeinkönigin Titania, rächt. Der König teilt seinem Diener mit, ihr eine magische Substanz einer Wunderblume in die Augen zu tropfen. Dies solle bewirken, dass sie sich in das nächste Lebewesen verliebe: “sei’s Löwe, sei es Bär, Wolf oder Stier, ein naseweiser Aff’, ein Paviänchen”. Der als Opfer bestimmte geschwätzige Weber Zettel erhält als Zusatz einen Eselskopf, das der Diener zur Erhöhung des gemeinen Streiches ihm aufgesetzt hat.
Heinrich Füssli schafft aus diesem gemeinen Scherz eine Verdichtung einer traumhaften Welt. Gegensätze wie Schönheit und Hässlichkeit, Übermut und Angst werden erfinderisch neu in eine märchenhaften Traumwelt überaus harmonisch vereint. Titania wird wie eine Venus dargestellt, zu deren Füssen sitzt der eselsköpfige Zettel, der ironisch in der Hand ein Menschlein hält, der seine Macht demonstrativ zu beweisen versucht. Das Paar flankiert von wunderschönen wie grässlichst bizarren Gestalten formt in einem hell-dunkel Spiel der Gegensätze die kunstvolle Verwirrung der diversen Realitätsebenen und lässt Shakespeares Komödie in einer exzellenten visuellen Interpretation erscheinen.

Quelle:
Ingo F. Walther, Malerei der Welt, Band I, S.3
79.
Bild

Bild der Woche

Madame Récamier
François Gérard, Madame Récamier, 1805, Öl auf Leinwand, 225 x 145 cm, Paris, Musée Carnavalet
Madame Récamier besass ein Salon in Paris, in dem sich Künstler und Gegner einer restaurativen Politik versammelten und die eine Opposition gegen Napoleon formten. Die für ihre Schönheit berühmte Juliette heiratete den viel älteren Jacques Rosé Récamier im Jahre 1793. Jacques-Louis David stellte sie bereits im Jahre 1800 ungeschmückt und mit einem schlichten Kleid als Heldin, als distanzierte, vornehme Dame der Gesellschaft in einem sehr schlichten Raum dar, obschon Davids politische Position als Hofmaler Napoleons genau die gegenteilige der ihren war. Das Gemälde Davids entsprach jedoch nicht ihren Ansprüchen und blieb unvollendet. Sie beauftragte jedoch fünf Jahre später Davids Schüler François Gérard, der sie in einem klassisch kühlen Raum auf einem nach ihr benannten Sessel “récamiere” halb liegend und mit betontem Liebreiz porträtiert. Die sanften Schwingungen in den Linien, die Farben ihrer Haut in einer eher natürlichen Umgebung, der wirkungsvolle Oberkörper mit dem tiefen Ausschnitt, die genauso wirkungsvollen Füsse und beide Schenkel, sprachen Madame Récamier viel mehr an, als die Abbildung Davids, obwohl viele Elemente Gérards an jene Davids erinnern könnten (der nach ihr genannte Récamier Möbel, helles unvoluminöses Kleid mit tiefem Dekolleté, barfuss, ungeschmückt, kühler Raum, sanfte Linien und Formen). Kleidung und Haltung erschienen damals natürlich, vor allem aufgrund des Gegensatzes zu den bekannten steifen, erzwungeneren Posen des Rokokos.
Jacques-Louis David, Madame Récamier, 1800, Öl auf Leinwand, 173 x 243 cm, Paris, Musée National du Louvre
Eine etwas zeitgenössischere, geniale und surrealistische Interpretation René Magrittes der Madame Récamier…
René Magritte, Madame Récamier de David, 1951, Öl auf Leinwand, 60,5 x 80, 5 cm, Musée des Beaux-Art du Canada
Quellen:
Text: Ingo F.Walther, Malerei der Welt, Köln 2003, S. 365 und 423.

Bild der Woche

Aelbert Cuyp (1620-1691), Hahn und Hennen, Öl auf Holz, 48 x 45cm, Gent, Museum voor Schone Kunsten

Das warme goldschimmernde Licht auf die Gegenstände, auf den Hahn und Hennen, auf dem Sand, auf das das restliche Fisch-und Muschelessen, die Ruhe und Stille, in der man fast noch das Gluckern als Beobachter hören könnte, harmonisiert fusionell in einer schimmernden ja fast lustigen Atmosphäre. Der Hahn posiert als einziger, als ob er in stolzer Position den Hennen den Hof machen würde. Es ist wie der Moment, indem sich die Pause während einer Unterhaltung etwas zu lange ausdehnen würde. Man nennt Aelbert Cuyp den “hölländischen Claude Lorrain”, sein Können und seine Genialität wurden jedoch in seinem Heimatland erst später erkannt, nachdem die Engländer ihn bereits als Talent wahrnahmen.

…ach übrigens, FROHE OSTERN!!!

Quelle:
Text: Walther Ingo F., Malerei der Welt, Band I, Von der Gotik zum Klassizismus, Köln 2005.
Bild

Bild der Woche


Mika Rottenberg, Photo von der Videoinstallation “Squeeze” von 2010.

Die im Jahre 1977 in Argentinien geborene Künstlerin/Bildhauerin/Videastin Mika Rottenberg wuchs in Israel auf, wo sie auch Kunst studiertet hat. Mit 20 zog sie nach New York, um in einer grösseren Künstlergemeinde leben zu können. Sie schloss ihr Studium in der Columbia University ab und besuchte die School of Visual Arts in New York, wo sie bereits als ein grosses Talent wahrgenommen wurde. Das “New York Magazine” erklärte sie bereits 2006 zu einer der grössten Talente der Stadt und gilt als Liebling von Kuratoren und Kritikern. Im März eröffnet ihre erste grosse Einzelausstellung im Kunstzentrum De Appel in Amsterdam.
Im Artikel der Märzausgabe des
art Magazines beschreibt Claudia Bodin Rottenbergs Werk sehr präzise: “Mika Rottenbergs Filme will jeder sehen. Sie inszenieren die Weltlage als absurdes Theater, voller Witz und bitterem Ernst. […] Auch wenn Videos ihre Arbeiten dominieren, versteht sich Rottenberg in erster Linie als Bildhauerin. Als Sets für ihre Filme baut sie bedrückend enge Räumlichkeiten, in denen Arbeiterinnen stupide und vor allem völlig sinnlose Tätigkeiten verrichten, um ebenso unsinnige Produkte zu fertigen. Das Leben als absurder Kreislauf von monotonen Abläufen. Männer spielen in Rottenbergs Fabriken keine Rolle. Sie findet den weiblichen Körper interessanter. In ihren Arbeiten lassen die Frauen ihre Körper ausbeuten wie eine Produktionsstätte. Sie arbeiten isoliert in einem System, die einem Bienenstock gleichen. Nur durch Schnüre oder Löcher sind sie in ihren Zellen miteinander verbunden. […] Sie habe “Das Kapital” von Karl Marx und seine Theorien zu Arbeit und Wertschöpfung gelesen, bevor sie ihre ersten Installationen fertigte, […]. Feminismus, Globalisierung, die Entfremdung der Menschen von der Natur, der Verlust der Menschlichkeit: Mika Rottenberg gelingt es, die Weltthemen in ihrer Arbeit zu vereinen – ohne dabei ihren skurrilen Sinn für Humor zu verlieren.”

Quelle
1. Bild
2. Art Magazin, März 2011, S. 38-43.

Kleiner Vorgeschmack zum Bild der Woche

De Appel arts centre in Amsterdam stellt momentan Mika Rottenberg “Dough cheese squeeze and tropical breeze. Video works 2003-2010” aus. Wer also während den Osterferien in Amsterdam ist, kann die Expo besichtigen gehn. Wer sonst viel für die Uni zu tun und keine Zeit zum Reisen hat, dem kann ich dieses Video vorschlagen, das einen eher übersichtlichen Blick auf ihr Werk, und wer sie so ist, geben kann. Diese Woche werde ich ein Bild/Videoausschnitt von ihr vorstellen…ist noch in Vorbereitung. Bis bald!

Bild der Woche


Tizian, La Bella, um 1536,
Öl auf Leinwand, 100 x 75 cm, Florenz, Galleria Pitti


Da sich das Bild der letzten Woche auf diese Woche verschoben hat, wollte ich zum selben Thema der Hochrenaissance ein viertes Bild der Woche vorstellen. Wo Correggios in seiner Bildkomposition das klassische Gleichgewicht der Hochrenaissance durch Assymmetrie ersetz, setzt Tizians Bildaufbau der La Bella, das
(10 Jahre später) um 1536 realisiert wurde, an die Tradition der Hochrenaissance an. Das Gesicht der unbekannten Schönen hat ein formales Ebenmass sowie auch natürliche Ausdruckskraft. Die feinen rhytmischen Verschiebungen im Raum und Fläche beleben die klare Bildkomposition. Ich zitiere: “Vor allem aber ist es der Zauber der malerischen Abstufungen, der “La Bella” unter die schönsten Beispiele dieser Gattung aus Tizians Reifezeit einreiht.”


Quelle:
1. Ingo F. Walther [Hrsg.], Malerei der Welt, Band I, Von der Gotik zum Klassiszismus, Köln 2005, S.176
2. Bild

Bild der Woche

Correggio, Jupiter und Antiope, um 1524/25, Öl auf Leinwand, 188 x 125 cm, Paris, Musée National du Louvre

Dieses Mal, mit etwas Verspätung, möchte ich das drittte Bild der Woche präsentieren. Ich werde das Gemälde Correggios Jupiter und Antiope vorstellen. Das Bild wurde im ersten Viertel des 16. Jahrhundert gemalt und ist so schwerelos schön… Dargestellt sind Zeus, der sich in der Gestalt eines Satyrs der Antiope, Tochter des Nykteus, Regent von Theben[nach anderer Version ist Antiope die Tochter des Flussgottes Asopos], nähert. Daneben schläft Amor, der auf den bevorstehenden Liebesakt vorausdeutet. Correggios Komposition setzt, anstelle des klassischen Gleichgewichtes der Hochrenaissance, die Assymetrie und stellt die Figuren in äusserst komlexen Stellungen. Ein festes Bezugssystem binnen des Bildfeldes ensteht durch die parallelen Schrägen der Hauptpersonen. Der Farbgebrauch Correggios entwickelte sich in der Auseinandersetzung mit Leonardo und den venezianischen Malern des frühen 16. Jahrhunderts, insbesondere mit Giorgione. Der Künstler arbeitet ohne farbige Umrisse, sondern mit farbigen Modulationen, die in Verbindung mit dem Licht, den Figuren ein hohes Mass an Schwerelosigkeit geben. Wer das 188 x 125 cm grosse Gemälde sehen möchte, kann es im Musée National du Louvre bewundern gehn.


Quelle
1. Ingo F. Walther
(Hrsg.), Malerei der Welt, Band I., Von der Gotik zum Klassizismus, TASCHEN, Köln, 2005, S.174.
2. Bild

Bild der Woche

Wo ist Batman?
Sassetta
Die Reise der Heiligen Drei Könige, um 1432-1436
(Fragment eines Bildes mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige), Tempera auf Holz, 21,3 x 29 cm, New York, The Metropolitan Museum of Art
Sassetta ist der wichtigste sieneser Maler des 15. Jahrhunderts. In diesem Bild stellt Sassetta, angeregt von der Prachtentfaltung der lombardischen Maler, den Zug der Heiligen Drei Könige dar, wie es bereits der Titel anzeigt. Hier sieht man den Zug der Könige, was nur ein Fragment vom Original ist. Die winterlich dürre Landschaft in ein kaltes und helles Licht getaucht, entspricht dem Zeitpunkt des Ereignisses. Das Himmelblau verstärkt sich im obersten Teil des Bildes. Stilisierte Zugvögel sind im Himmel zu erkennen. Im Hintergrund zwischen den zwei Hügeln ist ein Bau dargestellt, der das Tor der Porta Romana von Siena ähnlich sieht. Sassetta war beeindruckt von den Werken Angelicos, insbesondere das Bild in Cortona, von dem er sich inspirieren liess. Obschon Sassettas Bilder herber und strenger sind, erinnern Farbwahl und -gestaltung an die Kunst Angelicos.
Quellen
1 Walther Ingo F.(Hrsg.), Malerei der Welt, Köln 1995, Band I, Von der Gotik zum Klassizismus, S.55
2 Bild

Bild der Woche


p { margin-bottom: Pierre-Auguste Renoir wurde am 25. Februar 1841 in Limoges, in Frankreich, geboren und feiert dieses Jahr das 170. Jubiläum. Renoir zählt unter den bedeutendsten impressionistischen Künstler. Das Bild „Bal au Moulin de la Galette“, 1876, Öl auf Leinwand, 131 x 175cm, Musée d’Orsay, gehört zu einen seiner berühmtesten Bilder und wurde im Jahre 1990 als das zehntteuerste Gemälde der Welt verkauft. Einige seiner Bilder sind neben Sam Szafran und anderen berühmten Künstler in der aktuellen Ausstellung der Fondation Gianadda in Martigny bis zum 13. Juni zu sehen.
Das Bild „Bal au Moulin de la Galette“…einen kurzen Text dazu unter Propyläen-Bücher: Propyläen-Bücher: Rudolf Zeitler: Die Kunst des 19. Jahrhunderts [BHAP: 7091 TLB 3740911] Bild N° 247