Bild der Woche

Robert Ryman

Der Minimal Art zugeschrieben, reduziert der Künster seine Arbeit auf quadratische mit weisser Farbe bemalten Gemälde, die als autonome Objekte wahrgenommen werden. Die Auseinandersetzung mit der Befestigung seiner Bilder an der Wand nimmt einen grossen Platz in seinem Werk. Die Halterungen werden zum Bestandteil seines Bildes, Monochrome, die die Grenze des Bildes an der Wand optisch unterstützen. Sein weisses und minimalistisches Gesamtwerk erhält eine Eigengesetzlichkeit, welche durch jedes einzelne Gemälde mit den subtilsten Variationen aufrechterhalten wird. Die Leinwand wird jedoch nie ganzheitlich mit weisser Farbe abgedeckt, es entsteht ein Kontrast zwischen Farbmaterie und Hintergrund/Leinwand. Beide Materien verschmelzen in ein Bild zusammen und geben dem Gemälde seinen stillen Rythmus. Der Betrachter kann vor Rymans Werk und Konzeptkunst sich direkt mit dem Akt des Malens auseinandersetzen und jeden Pinselstrich nachempfinden, nichts lenkt davon ab. Der Farbauftrag wird zum Bildträger, Pinselstrich zum Bildinhalt. Trotz Minimalismus überrascht Ryman mit neuen Formen und Flächen, das der weissen Oberfläche eine gewisse Sinntiefe verleiht.
Quelle: Ingo F. Walther [Hrsg.], Malerei der Welt, Band II, Köln 2005, S.678.

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